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 Nicolas Armindo siegt in der Lausitz  
06.06.2010 - 10:04 Uhr
Mit einer Paradevorstellung beim Rennen auf dem Lausitzring holt sich Nicolas Armindo seinen ersten Saisonsieg und beschert Hermes ATTEMPTO Racing zu gleich den ersten Erfolg in der Teamgeschichte. Verfolger Nick Tandy verteidigt mit Position zwei seine Führung in der Tabelle. Martin Ragginger komplettiert als Dritter das Podium.
Nick Tandy, Nicolas Armindo und Martin Ragginger

Den Grundstein zu seinem ersten Laufsieg in dieser Saison legt sich Nicolas Armindo am Start, wird seinem Ruf als perfekter Starter erneut gerecht und lässt seinen Verfolgern Robert Renauer und Nick Tandy keine Chance. Vor allem Renauer stellt in keinster Weise eine Gefahr für den Franzose dar. Wie schon in Hockenheim und Valencia verwachst der Jedenhofener seinen Start und fällt zurück bis auf den fünften Platz. Vom Patzer des Bayern profitiert dadurch Nick Tandy und schiebt sich vor auf Platz zwei hinter Armindo. Ähnlich wie der Hermes ATTEMPTO-Pilot erwischt auch Christian Engelhart einen Start erster Klasse. Wie vorgespannt, katapultiert sich der Fahrzeugbaustudent von fünf vor auf drei.

In den folgenden Runden dann ein gewohntes Bild – Armindo und Tandy können sich sukzessive vom Rest des Feldes absetzen. Aber anders als in den ersten beiden Rennen in diesem Jahr ist es dieses Mal der Franzose, der die Pace bestimmt. Über eine halbe Sekunde brummt er dem Briten zeitweilig auf, kann sich bis zu fünf Sekunden Vorsprung herausfahren. Für Nick Tandy gilt es aber zu keinem Zeitpunkt des Rennens ein Risiko einzugehen. Ihm ist bewusst, dass sich bei einem zweiten Platz sein Vorsprung in der Wertung lediglich um zwei Punkte verkleinern wird. Sicher und kontrolliert fährt Nicolas Armindo den Sieg nach Hause. Die Emotionen am ATTEMPTO-Kommandostand zum Zeitpunkt der Zieldurchfahrt nur schwer in Worte zu fassen. Tränen in den Augen der Hannoveraner symbolisieren die Erleichterung nach dem ersten Sieg des Teams.

Von der deutsch-französischen Paradevorstellung an der Spitze unbeeindruckt, bildet sich auf den Rängen drei bis sechs eine Kampfgruppe, die an Brisanz kaum zu überbieten ist. Angeführt von Christian Engelhart sind es Martin Ragginger, Robert Renauer und Robert Lukas, die sich um den letzten Podestplatz streiten. Über mehrere Runden hinweg setzt sich Martin Ragginger hinter den 911er von Kollege Engelhart, versucht ihn in einen Fehler zu treiben. In Runde 13 ist es dann so weit. Engelhart rutscht im Infield des Kurses von der Strecke und serviert Ragginger den Podestplatz somit auf einem Silbertablett. Für Engelhart gilt es nun den vierten Platz sicher über die Distanz zu retten, was sich aber als schwere Aufgabe erweisen sollte. „Ich habe während des Rennens starkes Untersteuern bekommen“, erklärt der Köschinger. Sogar ein Mauerkontakt beim Anbremsen der Dekrakurve ist auf das Problem zurückzuführen. Ins Ziel kann er sich trotz allem mit einer halben Sekunden Vorsprung auf Robert Lukas retten.

Für ebenfalls reichlich Action sorgen derweil die Akteure im Mittelfeld. Wie schon vor zwei Wochen war es Niclas Kentenich, der sich der Aufholjagd von Uwe Alzen in den Weg setzte. Mit dem Messer zwischen den Zähnen will sich Alzen schnellstmöglich am Neusser vorbeikämpfen, bietet dadurch aber auch David Sigacev die Chance auf das Kampfduo aufzuschließen. Im Millimeterabstand folgt er den Beiden und wartet nur auf seine Chance. In Runde neun startet Alzen dann eine Attacke auf Kentenich. Am Ende der Startzielgeraden zieht der Betzdorfer vorbei, hat aber nicht mit dem cleveren Kontermanöver von Kentenich gerechnet. Dieser schnappt sich prompt seinen Platz zurück. Ohne Respekt und mit einem sensationellen Manöver nutzt Sicacev seine Chance und überholt den Herberth-Piloten im gleichen Zug. Als der Russe dann Kentenich in die Mangel nehmen will, verspekuliert sich dieser, rutscht ins Gras und fällt wieder zurück hinter Alzen. Nach dem Motto „Was einmal klappt, kann auch wieder klappen“, will Sigacev den verloren Platz von Alzen zurückerobern. Dieses Mal aber mit sichtlich weniger Erfolg. Beim Anbremsen von Turn vier verbremst sich der Student aus Berlin und knallt dem Betzdorfer in die Seite. Für Sigacev bedeutet dies das Aus, für Alzen der Rückfall ans Ende des Feldes.            

Zum nächsten Rennen auf dem Nürnberger Norisring reist Spitzenreiter Nick Tandy mit 58 Punkten. Durch seinen Sieg heute, macht Nicolas Armindo einen gewaltigen Sprung in der Tabelle. Er wird die Reise in die Frankenstadt als Tabellenzweiter in Angriff nehmen. -mf



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